Von Graswurzeln und Rasenmähern

Graswurzel Bewegungen sind mir sehr sympathisch.
Sie veranschaulichen die Idee eines herrschaftsfreien Miteinanders von freien Menschen.
Alle miteinander schaffen es, ihre Eigeninteressen mit den Gemeinschaftsinteressen zu versöhnen – ihre Dinge zu machen, ohne anderen in die Quere zu kommen – miteinander zu sein, ohne ihre Eigenheit zu verlieren – sich bewusst darüber zu sein, dass Da-Sein immer Mit-Sein ist, dass ohne Gemeinschaft keine Individualität möglich ist, dass ohne Individualität eine Gemeinschaft totalitär wird.

Graswurzel Bewegungen sind noch nicht so alt.
Bis heute blieb noch jede Graswurzel Bewegung unterirdisch.
Die zarten Pflänzchen, die sie mitunter ausgetrieben haben, wurden abgemäht, von Rindviechern gefressen, von Dampfwalzen plattgemacht – als Spielfeld in der Bunten Liga dienen zu können, war gewissermaßen der Triumph ihrer Existenz.

In der zentralen und grundlegenden Frage des Umgangs mit der drohenden Klimakatastrophe, stellt sich mir die Frage, wie eine Graswurzel Bewegung genügend Macht und damit Wirksamkeit entfalten könnte, um überhaupt eine Rolle in der näheren Zukunft spielen zu können?

Ich befürchte, Graswurzel Bewegungen können das so nicht. Ich befürchte, sie werden ebenso ins Leere laufen, wie bei allen Anläufen zuvor.

Die Rasenmäher und Rindviecher und die Dampfwalzen sind immer noch da!
Aber immerhin – unterirdisch bleiben die Wurzeln am Leben.

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