Sommer 2019

Ich habe es gerne warm und ich freue mich auf den Sommer. Dann kann ich abends auf dem Balkon sitzen, ein wenig basteln oder lesen, oder einfach ab und zu einen Schluck Bier trinken und dort oben das Leben auf der Straße, in den Bäumen und am Himmel beobachten.
Der Winter war allerdings schon ziemlich trocken und ein leises Stimmchen fragt bange bebend: „Was, wenn dieser Sommer wieder so trocken wie letztes Jahr wird?“
Wie gesagt, ich mag es gerne warm und habe auch keine Probleme bei Hitze. Allerdings weiß ich, dass Hitze und Trockenheit dem Wald sehr zusetzen und natürlich auch der Landwirtschaft und der Gesundheit vieler Menschen – ach ja, das Wasser wird dann auch knapper.
Ich fühle mich da ambivalent – einerseits mag ich es gerne warm (falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte), andererseits befürchte ich die Schäden, die ein zweiter Hitzesommer in Folge anrichten würde. Womöglich würden dann sogar noch mehr Mitbürger*innen damit beginnen, sich ernsthaft angemessene Sorgen um das Klima zu machen.
Das könnte sich sogar so auswirken, dass die von Greta Thunberg angestoßene Bewegung #FridayForFuture noch mehr Anhänger gewinnen würde – womöglich sogar solche, die gar nicht mehr zur Schule gehen #parentsforfuture oder gar #grandparentsforfuture. Womöglich kämen dann Politik und Wirtschaft nicht mehr darum herum, zumindest so zu tun, als ob sie versuchten, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen.
Andererseits hat Hitze gerne den Effekt, dass sie träge macht. Ich kann Trägheit genießen – alles geht dann eben etwas langsamer und am liebsten im Schatten. Wenn dieser Effekt sich nun aber auch auf die ohnehin schon träge Klimapolitik auswirken würde? – das fände ich nicht so gut.
Die Sommerpause des Bundestags müsste verlängert werden, in den Ministerien liefen die Klimaanlagen auf Hochtouren, verbrauchten jede Menge Strom, weshalb die Kohlekraftwerke auch unglaublich viel tun müssten, weil die Flüsse nicht mehr genug Wasser führten um die letzten AKWs zu kühlen. Sorry, wir würden ja gerne etwas tun, aber im Moment ist es einfach zu heiß dazu.
Also ein weiterer zu heißer und zu trockener Sommer könnte ein Katastrophengefühl schon ziemlich nahe bringen.
Und auch da bin ich ein bisschen ambivalent. Weil, eigentlich mag ich keine Katastrophen, und andererseits finde ich sie auch faszinierend. Die Action, die da abginge und dann würden alle Macher aus Politik und Wirtschaft endlich zugeben müssen, dass sie zumindest gepennt haben – jahrzehntelang! Aber nutzt das was, wenn die Katastrophe da ist?
Aber es geht ja eher um das Katastrophengefühl. Mehr Katastrophengefühl fände ich echt gut angesichts einer real drohenden Katastrophe.
Also mir erscheint der kommende Sommer als eine echt spannende Sache.
Und wenn er nicht heiß wird, wünsche ich mir, dass er auf keinen Fall kalt wird.

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